Fünf Fakten #4 – Stricken

Der letzte Montag im Monat und es kommt eine neue Ausgabe der fünf Fakten – diesmal über mein liebstes Hobby, dem Stricken. Handarbeiten, also auch das Stricken, gilt gemeinhin als altmodisch. Oder aber seit ein paar Jahren als der letzte Schrei. Kommt jetzt immer drauf an wen man so fragt. Ich persönlich finde Stricken nicht altmodisch sondern total entspannend. Mittlerweile seit fünf Jahren. Oder irgendwie so, legt mich nicht auf den genauen Zeitraum fest. Also, hier kommen sie, die fünf Fakten über mich und mein Hobby. Fünf Fakten Stricken 03

Fakt 1: Ich bin ein Wollsnob.

Schlimmer noch, ich stehe dazu daß mir nicht jedes daher gelaufene Garn auf die Nadeln kommt. Ich stehe auf Schurwolle und hochwertige Garne ohne Polyester, Polyacryl oder Polyamid. Wenn ich nicht gerade Socken stricke. Sockengarne kommen meist mit einem Viertel an Poly daher um die Strapazierfähigkeit zu erhöhen. Nun ja. An den Füssen kann ich mit Poly leben, allerdings habe ich bei meinen Socken bisher keinen großen Unterschied feststellen können ob da jetzt Poly drin ist oder nicht in Bezug auf die Haltbarkeit. Woanders als an den Füssen kann ich Sockenwolle aber auch nicht haben. Ich kann rauhe und von anderen als kratzig empfundene reine Schurwolle am Hals tragen, kratze mich aber zu Tode bei super weichen Garnen die dafür Polyirgendwas enthalten. Mir gefällt die Haptik von rauher Wolle einfach. Warum Wolle mit Plastikanteil sehr oft teurer ist als Garne aus reinen Naturfasern hat sich mir bis heute auch noch nicht erschlossen. Trotzdem gebe ich auch gerne mehr aus für mein Garn und ich mag natürlich auch edle, weiche Fasern. Nur Mohair und ich, wir werden keine Freunde. Fusselt mir einfach zu sehr. Ich sagte doch, ich bin ein Snob. Ich bin auch immer auf der Suche nach schönem Naturgarn, wenn Ihr also Tips habt dann gerne her damit.

Fakt 2: Metallnadeln gehen gar nicht.

In meiner Anfangszeit als Strickerin habe ich unheimlich viele Socken gestrickt. Anfangs auf Metall- oder Alunadeln. Und das ging gar nicht, da taten mir nach einer halben Stunden die Hände weh. Bis ich auf Holz- und Bambusnadeln ausgewichen bin, ab da waren stundenlange Strickmarathons eine schmerzfreie Angelegenheit. Übrigens stricke ich Socken und Handschuhe immer noch ganz altmodisch auf dem Nadelspiel und ich weigere mich standhaft dieses Magic Loop auch nur zu probieren. Ich finde dieses Gezumpel mit Rundnadeln einfach doof und Socken gehören für mich nun mal stilecht auf einem Nadelspiel gestrickt. Basta. Apropos Rundnadeln, auch da bevorzuge ich Holz und Bambus. Leider hat die Qualität des Schraubsystems von Knit Pro in meinen Augen sehr stark nach gelassen. Angefangen von nicht passenden Gewinden, schlechten Übergängen von Seil zu Nadel bis hin zu Nadeln die beim ersten Gebrauch abbrechen oder schon zersplittert aus der Packung kommen. Habt Ihr Alternativen zu Knit Pro? Ich finde die Idee mit dem Wechselsystem nämlich nach wie vor gut.

Fünf Fakten Stricken 01

Fakt 3: Stricken zum Verschenken? Bin ich dabei.

Ich verschenke wahnsinnig gerne gestrickte Sachen. Allen voran Socken, die gehen irgendwie immer. Ich kann auch gar nicht mit Bestimmtheit sagen wie viele Menschen mittlerweile mit von mir gestrickten Socken an den Füßen herum laufen. Und ich freue mir jedes, wirklich jedes Mal ein Loch in den Bauch wenn ich höre, daß die von mir gestrickten Sachen getragen und geliebt werden. Meine Tante Braunschweig zum Beispiel liebt meine Socken so innig, die werden nur mit der Hand gewaschen damit sie nicht versehentlich kaputt gehen in der Waschmaschine. Ganz allergisch hingegen reagiere ich auf Menschen, die mir sofort mit „Ach, du strickst? Ja, dann kannste mir ja mal … stricken!“ um die Ohren hauen. Sehr oft sind das auch Menschen, die mir vorher lang und breit erzählt haben wie altmodisch sie Handarbeit finden und daß sie dafür ja auch gar keine Zeit hätten … Nö, kann ich nicht. Aber mal so gar nicht. Denn ich verschenke Zeit wenn ich jemandem ein Paar Socken stricke und Zeit schenke ich nicht jedem. Schon mal gar nicht auf Zuruf.

Fakt 4: Nach Anleitung stricken? Kann man machen.

Muß man aber nicht. Gerade bei Socken ändere ich gerne mal das Bündchen oder die Ferse. Oder ich mache aus kurzen Fingerhandschuhen mal eben lange Stulpen. Immer wieder ignoriere ich auch den gut gemeinten Rat, doch vor dem Stricken bitte die Anleitung komplett zu lesen. Bis jetzt hat das auch immer ohne ganz hervorragend funktioniert, ich verstehe nämlich vom reinen Lesen nie was ich wann wo machen soll. Wenn ich ein halbfertiges Strickstück in der Hand habe und mich an den Anweisungen entlang hangel, dann sehe ich auf einen Blick was ich machen muß. Ich kann auch komplizierteste Muster stricken deren Charts aussehen wie die schematische Bauzeichnung eines Jumbojets bin aber zu deppert für einfaches Perlmuster. Ich meine, wie schwer kann es sein jede Reihe eine rechte Masche, eine linke Masche zu stricken? Eben. Krieg ich aber nicht hin, ich bau da immer wieder Fehler ein. Nun könnte man glauben ich wäre clever genug dann einfach was anderes zu stricken. Könnte man, muß man aber nicht. Ich gebe mich doch nicht von so etwas popeligem wie eine rechts, eine links geschlagen!

Fünf Fakten Stricken 02

Fakt 5: Ich streichel gerne Wolle.

Vermutlich ist es gut daß wir keinen Garten haben. Dann hätte ich vermutlich längst zwei, drei Schafe, die sofort die Flucht ergreifen würden wenn ich mich näherte. So nach dem Motto „Da kommt schon wieder die Irre mit dem Wolle-streichel-Fetisch!“ Und weil ich keine Schäfchen zum Streicheln habe, begnüge ich mich mit Wolle. Man kann mich allerdings nicht nur dabei sichten wie ich einzelne Knäuel bedächtig streichel, ich unterbreche auch häufig mein Nadelgeklapper um das halbfertige Werk auszubreiten und andächtig zu streicheln. Da schwingt dann immer ein bißchen Vorfreude auf das bald fertige Werk und zum gleichen Teil Stolz darüber mit, wie weit ich schon gekommen bin mit meinem Projekt. Und ja, vermutlich sieht das total bekloppt aus wenn ich glückselig grinsend auf meiner Couch sitze und eine halbfertige Socke andächtig glatt streiche. Ich bin allerdings gerne ein bißchen bekloppt wenn es um Wolle geht.

Und? Wie sehen Eure Fakten zum Thema Handarbeiten oder kreativem Werkeln aus? Habt Ihr Spleens beim Basteln oder Handarbeiten? Findet Ihr Stricken eher doof oder ist das voll Euer Ding? Mit welchen kreativen Tätigkeiten vertreibt Ihr Euch die Zeit? Erzählt!

6 Gedanken zu „Fünf Fakten #4 – Stricken“

  1. Kennst du die Wolle von fair Alpaka? Die Farben sind total schön, fair gehandelt allerdings ist sie auch schön weich. Stricken kann ich nicht so gut aber ich finde es auch sehr entspannend. Irgendwie bin ich zu blöd, mir zu behalten, was ich stricken muss und die Maschen erkennen und deshalb stricke ich nur Schals. Häkeln fällt mir irgendwie leichter.
    Liebe Grüße, Kirsten

    1. Hi Kirsten,

      von fair Alpaka habe ich schon gelesen, habe sie selber aber noch nicht verstrickt. Überhaupt habe ich bisher wenig Alpaka verstrickt. In dem Garn, aus dem ich mir momentan eine lange Jacke stricke sind auch zwanzig Prozent Alpaka drin 🙂

      Häkeln kann ich zwar auch, aber nicht sonderlich gut … Einfache Maschen, am Besten in der Runde, das kriege ich noch hin. Bei komplizierteren Mustern versage ich da auf ganzer Linie.

      Und ja, Stricken ist super entspannend. Es sei denn ich kapier die Anleitung nicht, dann kann das für meine Umgebung sehr unentspannt werden – weil ich immer lauthals fluchen muß wenn ich zu doof bin eine Anleitung zu kapieren 😀

      Liebe Grüße,
      Mirtana

  2. Also ich kann nähen! Häkeln geht nur mit Jerseygarn und ner 10er oder 12er Nadel. Stricken hab ich das letzte Mal als Kind getestet mit meiner Oma. War mir zu fumselig. Häkeln ist mir auch zu fumselig, außer in Riesendimensionen. Ich fürchte ich stricke in diesem Leben wohl niemals Socken. Aber man darf mir gerne selbstgestrickte schenken. Größe 41, je bunter desto gut ;o)

    Liebe Grüße, Carmen

    1. Liebe Carmen,

      ich mag ja fumselige Dinge – deswegen stricke ich am liebsten mit Nadeln in Stärke 2,00 bis maximal 5,00 mm. Alles andere fühlt sich an wie mit Kochlöffeln stricken 😀

      Nähen kann ich leider (noch) nicht. Wer weiß, vielleicht schaffe ich irgendwann den Raum dafür. Damit ich noch ein Hobby mehr habe für das ich viel Geld ausgeben kann.

      Hehe, wir können gerne tauschen. Paar Socken gegen was Genähtes? 😉

      Liebe Grüße,
      Mirtana

  3. Hihi, ein paar Punkte kann ich echt gut nachvollziehen 🙂 Nach Anleitung stricken geht gar nicht. Wo bleibt denn da die Entspannung?
    Kennst du die Zitron-Wolle? Die wird in Wickede (Ruhr) produziert und dort gibts einmal die Woche auch einen Lagerverkauf. Die find ich super!
    Liebe Grüße,
    Frauke

    1. Hi Frauke,

      ich finde ja, das einer der besten Punkte an der ganzen Strickerei folgender ist: man kann alles so ändern daß es einem selber gefällt und hervorragend paßt 😉

      Zitron kenne ich auch, ich war vor ein paar Jahren mal bei einem Werksverkauf. Der macht auch schöne Wolle – viele der Handfärberinnen färben ja auf Sockenwolle von Zitron und ich hab etliche Socken aus handgefärbter Wolle gestrickt. Ich liebäugel ja mit einem Strickmantel aus Gobi … So für wenn ich mal im Lotto gewonnen hab.

      Liebe Grüße,
      Mirtana

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