Der Tag, an dem ich schwimmen gehen wollte.

Pleiten, Pech und Pannen. Gibt halt Tage, die laufen anders als sie sollen. So wie Samstag. Dabei begann der Samstag morgen ganz harmlos … Sechs Uhr und die Welt ist noch in Ordnung. Ich genoß diese wunderbare Kühle, die durch alle geöffneten Fenster in die Wohnung kam, und saß mit meinem Strickzeug auf dem Sofa. Seit dem ich das Tablet habe kann ich bequem morgens auf dem Sofa gammeln, Blogs lesen und dabei stricken. Finde ich toll. Dieses frühe Aufstehen lohnt sich für mich auch immer mehr. Draußen wurde der Tag gerade wach als ich den ersten Tee des Tages aufbrühte und beim Blick aus dem Küchenfenster erwischte ich ein #iseefaces am Himmel. Ich sah da eines, es kann allerdings nicht ausgeschlossen werden daß dieser Fakt für sich wiederum an noch nicht konsumiertem Tee meinerseits liegt. Es war ja schließlich früh am Morgen. 

Pleiten Pech und Pannen: Der Tag an dem ich schwimmen gehen wollte

Während mein Gehirn langsam dem Körper in die Welt des Wachseins folgte schlug es mir vor „Hey, wir können doch gleich Schwimmen gehen! Heute ist Samstag, da macht das Freibad früher auf!“ Keine schlechte Idee, dachte ich mir so. Das Schwimmzeug lag ja schon im Kofferraum. Noch von Donnerstag, wo ich eigentlich nach der Arbeit hatte schwimmen gehen wollen. Dann aber doch wieder was anderes erledigen mußte, was genügend Zeit in Anspruch genommen hat um es nicht mehr zum Sport im kühlen Naß zu schaffen bevor die den Laden abends in den Feierabend schicken. Nun, passiert.

Ich mich also frohen Mutes in meine Klamotten geworfen und total motiviert das Haus verlassen. Als ich die Garage öffnete trat mich meine Motivation dann unvermutet mit Anlauf in den Allerwertesten. Die schien sich irgendwie von mir verarscht zu fühlen. In der Garage stand nämlich nicht mein Auto. Sondern Cookies Captain blaue Wolke. Der da eigentlich gar nix zu suchen hat. Und in dessen Kofferraum sich immer eine Unmenge an Kram befindet, mein Schwimmzeug steht jedoch nicht auf der umfangreichen Inventarliste. Da stand ich jetzt, mit doofem Gesicht. Mein Auto steht in Herten und bekommt dort das asthmatische Tackern kuriert. Da steht es auch bestimmt gut und trocken und kommt nicht weg und so. Schließlich habe ich es Donnerstag selber dort hin gebracht und eingecheckt.

Also habe ich erst mal die Garage wieder zu gemacht. Auf das falsche Auto starren hilft ja auch nicht weiter und ändert nix an der Tatsache, daß ich ohne Badeanzug und Schwimmbrille und so schlecht in einer öffentlichen Badeanstalt Sport machen konnte. Gut, ich könnte schon wenn denn das Schwimmen so ganz ohne Bekleidung nicht in der Badeordnung untersagt wäre. Damit war der Plan also schon mal gestorben.

Bin ich geknickt wieder in die Wohnung. Auf dem Hof herum stehen und sich dämlich fühlen war jetzt nicht die spannendste Beschäftigung. Ein Alternativplan sollte her. „Flohmarkt, lass uns mit dem Rad zum Flohmarkt fahren!“ Mit dem Rad fahren ist auch Sport. Ja, wenn man ich ist dann artet das in Sport aus. Also habe ich im Internet geschaut wo in der Nähe vielleicht heute ein Trödelmarkt ist und fand einen in einer Distanz, die ich mit dem Rad nicht nur hin sondern auch wieder zurück bewältigen konnte.

Also habe ich mein Täschchen gepackt und bin wieder runter auf den Hof. Zu meinem Drahtesel. Der Drahtesel und ich haben uns dann den Weg nach Gelsenkirchen gemacht.

Tja. Als ich dann zum ersten Mal an dem Ort stand an dem ich den Trödelmarkt vermutet habe, empfing mich das hier:

Pleiten Pech und Pannen: Der Tag an dem ich schwimmen gehen wollte

Gut getarnt, der Flohmarkt. Oder war ich etwa am falschen Ort? Um einen Fehler meinerseits auszuschließen bin ich noch ein Stündchen kreuz und quer durch Gelsenkirchen-Horst geradelt, konnte aber nirgendwo einen größeren Flohmarkt ausfindig machen. Nicht mal einen kleinen. Nur ein Sommerfest von irgendeiner Kirche oder so. Sommerfest ist jetzt kein Flohmarkt. Allerdings fand ich nicht nur einen, sondern gleich zwei Trödelläden. Und kaufte aus Trotz eine kleine Glasvase für fuffzich Cent. Schließlich hatte ich mir Flohmarkt in den Kopf gesetzt, also wollte ich auch wenigstens für fuffzich Cent Flohmarktgefühl.

Und wenn ich schon eine kleine Vase kaufe dann brauche ich auch Blumen. So ein bißchen auf dem Weg liegt das Selbstpflückfeld von Frau Godde. Wenn man einen Umweg von vier Kilometern noch als „auf dem Weg liegend“ bezeichnen kann. In strahlendem Sonnenschein bin ich dann von Horst nach Buer geradelt um Blumen zu pflücken.

Pleiten Pech und Pannen: Der Tag an dem ich schwimmen gehen wollte

Bei der Frau Godde auf dem großen Feld darf man seine Blumen selber schneiden. Ich finde das sehr schön. Nicht nur, weil mit all den vielen Blumen den Bienen und Hummeln Nahrung geboten und dieses Feld mit viel Hingabe jedes Jahr gepflegt wird sondern auch weil dort kein Gift zum Einsatz kommt.

Ich schnappte mir die letzte verfügbare Gartenschere und begab mich mitten in die wunderbare Blütenpracht. Während ich so einen Fuß vor den anderen setzte und mich nicht entscheiden konnte zu welchem Beet ich denn gerne als erstes möchte, fand besagter Fuß ein Loch im Weg. Plöpp und wech war ich. Immerhin besaß ich noch so viel Geistesgegenwart die Gartenschere in die Botanik zu werfen um sie nachher nicht operativ aus meiner Hand entfernen lassen zu müssen. Bevor ich dann mit voller Wucht auf mein ohnehin schon durch eine Parkscheibe lädiertes Knie klatschte.

Autsch. So allmählich beschlich mich der Verdacht, daß dieser Samstag nicht zu meinen glorreichsten Tagen zählen wollte. Trotzdem, liegen bleiben ist nicht. Also die Gartenschere aus der Botanik gefischt und einen schönen Blumenstrauß zusammen gestellt. Den ich, wider meiner Erwartung, sogar auf dem Fahrrad heile nach Hause bekommen habe.

Pleiten Pech und Pannen: Der Tag an dem ich schwimmen gehen wollte

Ich hab mich auch nicht noch mal auf die Nase gelegt. Nur die Hälfte beim Einkaufen vergessen. Beim Sahne schlagen die falsche Schüssel benutzt und überall flüssige Sahne verteilt. Mir die Pfoten an einer heißen Pfanne verbrannt. Und zu guter Letzt ist mir abends, als ich noch gemütlich ein paar Runden an meinem Dauerendlosschal stricken wollte, die Stricknadel zerbrochen.

Aber sonst war der Tag echt super.

Der Tag an dem ich schwimmen gehen wollte 06

6 Gedanken zu „Der Tag, an dem ich schwimmen gehen wollte.“

  1. Wenigstens konntest du dich am Ende des Tages an den hübschen Blumen erfreuen. Man muss die positiven Dinge sehen ;o) Aber ne Rudne Mitleid bekommste dennoch, solche Tage kenn ich nämlich auch.

    Liebe Grüße, Carmen

    1. Moin Carmen,

      vielen lieben Dank für das Mitleid, das kann man bei mir gerne in Tüten abgeben. Ich kann das schließlich immer mal wieder gebrauchen 😀

      Liebe Grüße,
      Mirtana

  2. Hihi, und jetzt stellen wir uns mal vor was wohl geschehen wäre, hättest du in der Früh zum Schwimmen gehen können…… wärst vielleicht ertrunken?? Oh weh, es gibt Tage da verliert man und es gibt Tage da wird man eben nur Zweiter. :o)

    Zum Glück konntest dir mit den Blümchen noch was Schönes mit nach Hause nehmen und bis nicht nur mit schmerzenden Knochen zurück gekommen.

    Kopf hoch, neuer Tag neues Glück oder so…..*ggg*

    Liebe Grüße
    Silke

    1. Hallo Silke,

      ich vermute mal, hätte mein Plan so funktioniert wie ich das vorgehabt hätte wäre es ein ganz normaler Tag ohne besondere Vorkommnisse geworden 🙂

      Mo’Beads hat mir auf Facebook die wunderbare Metapher „gebrauchter Tag“ geschrieben und ich finde, das paßt ganz hervorragend. Den Ausdruck muß ich in mein Repertoire aufnehmen. Ganz unbedingt 🙂

      Liebe Grüße,
      Mirtana

  3. Oh, Blumen selber pflücken finde ich toll! Die sind echt schön.
    Du lebst offenbar echt gefährlich zur Zeit. Pass gut auf dich auf 😉
    Liebe Grüße, Kirsten

    1. Hey Kirsten,

      ich mach das nur zu selten. Also nicht mich auf die Nase legen, sondern Blumen pflücken gehen.

      Ich werde versuchen, auf mich aufzupassen. „Sie war stets bemüht“ 😀

      Liebe Grüße,
      Mirtana

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