„Make place! Make place for the watch! Move it, move it!“ ertönt es im Kommandoton und böse Blicke treffen meine Begleitung, die es nicht schnell genug aus dem Weg geschafft hat. An uns marschieren Männer in Uniformen aus längst vergangenen Zeiten vorbei, die Stiefelabsätze knallen auf das Kopfsteinpflaster. Ein paar Meter weiter sitzen zwei edel gewandete Herrschaften gemütlich zur Teatime zusammen und im Schaufenster läßt eine rüstige Lady mit Häubchen auf dem Kopf die Nadeln klappern. „Kohle zu verkaufen, Kohle zu verkaufen!“ rufen ein paar verschmutzte Bengels, deren Hosen aus mehr Flicken als Hose zu bestehen scheinen, die ehemals weißen Hemden haben auch schon bessere Zeiten erlebt. In einem Hauseingang drücken sich zwei bettelnde Kinder eng zusammen, vor sich eine Holzschale. Dickens Festival in Deventer: Eine Zeitreise weiterlesen
Kategorie: Reisetagebuch
Lange Zeit habe ich geglaubt, ich bräuchte das doch gar nicht. Dieses Ding mit dem Verreisen. Urlaub zu Hause ist doch erholsam genug. Und es gibt ja auch genug zu entdecken hier bei uns im Ruhrgebiet. Tja … Dabei habe ich etwas Wichtiges übersehen. Reisen macht nämlich Spaß. Davon handelt das „Reisetagebuch“.
Vorweg, ich bin viel aber keine Reisebloggerin, ich haue niemandem Empfehlungen um die Ohren was man unbedingt gesehen oder wo man gegessen haben mußt. Meist merke ich mir nicht mal wie der Laden hieß, in dem ich gerade gut geschmaust habe. Da habe ich schlicht kein Talent für, das können andere viel besser als ich. Ich werde Sie, lieber Leser, einfach mit nehmen und erzählen, was ich erlebt und gesehen habe. Und natürlich ganz viele Bilder zeigen, denn meine Kamera ist immer an meiner Seite wenn ich neue Orte entdecke. So wie bei meinem Urlaub in Sardinien, wo ich zum ersten Mal ganz alleine auf mich gestellt unterwegs war. Natürlich auch wenn ich mit Cookie in den Urlaub fahre, gerne in den Schwarzwald.
Manchmal bin ich nur mal eben weg, dann fahre ich für einen Tagesausflug irgendwohin. Und manchmal bin ich für länger und damit auch weiter weg. Bereit für einen Ausflug durch mein Reisetagebuch?
Und die Diagnose lautet: Meerweh.
Ich habe gerade ganz akutes Meerweh. Und um mich von diesem Zustand abzulenken lasse ich meinen Go Go Gadgetto ganz einfaches, unhippes Erdbeereis rühren während ich sachte mit dem Staubfeudel durch mein Blog gehe und die Spinnweben aus den Ecken kehre. Es war keine Zeit zum Schreiben. Jedes Mal, wenn ich den virtuellen oder auch echten Stift in die Hand nahm, waren die Worte weg. Als hätten sie allesamt ihre Koffer gepackt und wären von dannen gefahren. Nö, mit der wollen wir nicht. Wir wollen Sand und Salzwasser, Gischt und Wind, Sonne und Sommer. Hoffentlich haben sie sich gut vergnügt, meine Worte. So ganz ohne mich. Allmählich kommen sie wieder zu mir zurück und sie waren es. Sie hatten das Meerweh im Gepäck. Und die Diagnose lautet: Meerweh. weiterlesen