Weihnachtslied, chemisch gereinigt.

Lassen Sie sich von einem Grinch wie mir nicht die Freude über das Fest der Nächstenliebe verderben. Freuen Sie sich einfach auf ein paar Tage mit Ihren Liebsten, gutes Essen und Geschenke unter dem Weihnachtsbaum. Singen Sie „Last Christmas“, essen Sie selbstgebackene Plätzchen und genießen Sie Ihren Glühwein. Legen Sie die Füße hoch, vergessen Sie Ihre Sorgen, Nöte, Probleme für den Moment und lassen Sie sich bitte nicht streßen.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit.

Und für all die anderen Grinches da draußen gibt es hier das „Weihnachtslied, chemisch gereinigt“ von Erich Kästner. Denken wir mal für einen stillen Moment darüber nach, daß sich seit seiner Veröffentlichung 1927 nicht so wirklich viel geändert hat. Weihnachtslied, chemisch gereinigt. weiterlesen

#Journal 26. November 25

Kaum fahre ich ein paar Tage zum Schweigen ins Kloster, schon hört man gar nichts mehr von mir. Ich habe die vier Tage Ruhe, Abgeschiedenheit und für mich sein sehr genossen. Und ich glaube, nächstes Jahr hänge ich einfach noch ein paar Tage dran. Zurück bin ich seit Sonntag und seitdem habe ich mich gut beschäftigt. Genug zu tun habe ich. Im Hauptbroterwerb erwartet mich die Vorbereitung des neuen Jahres und im Nebenerwerb muß ich mir erst einmal einen Überblick verschaffen, um mir einen Schlachtplan aufstellen zu können. #Journal 26. November 25 weiterlesen

#Journal 14. November 25

Gestern Abend dachte ich noch, es wäre eine gute Idee, „mal eben“ ein bißchen in Minecraft einzuloggen und der Burg, die ich zusammen mit dem Neffen gebaut habe, ein hübsches Innenleben zu verpaßen. Genau. Mal eben. Plötzlich war es kurz nach zwölf, das ist eine blöde Uhrzeit, wenn am nächsten Tag der Wecker um sechs Uhr klingelt. Dementsprechend stehe ich keine sechs Stunden später dezent neben mir und komme nicht so wirklich in die Gänge. Wenn man sich dann noch Duschöl statt Shampoo in die Haare schmiert, verdreifacht sich die Zeit unter der Dusche, und entspannt in den Tag starten geht wahrlich anders.  #Journal 14. November 25 weiterlesen

Wieder ein Jahr älter. Und das ist gut so.

Heute ist der Tag, an dem ich (wieder) das richtige Alter habe. Zumindest bis zum letzten Tag des Jahres. Denn auf meiner Hauptplatine, die man gemeinhin auch als Gehirn bezeichnet, sind ein paar skurrile Speicherorte kaputt. Ich weiß nämlich nie auf Anhieb, wie alt ich eigentlich bin. Fragt man mich nach meinem Alter, passiert in meinem Kopf folgendes: Aktuelles Jahr minus Geburtsjahr ergibt gleich Alter. So bin ich dann für gut zehn Monate immer ein Jahr älter, ich eile sozusagen der korrekten Anzahl Lebensjahre voraus, bis wir uns am 21. Oktober wieder zusammenfinden. Wieder ein Jahr älter. Und das ist gut so. weiterlesen

Abgesang auf einen treuen Gefährten.

Er hat mich verlassen. Gestern macht es leise „Knack“, sein Glas sprang und damit trennten sich unsere Wege. Nicht ganz unangekündigt. Schon länger war er ein Verdächtiger im eigenen Gehäuse: ominöses Knistern beim Abkühlen. Sein Deckel, der sich mit vielen guten Worten noch schließen ließ. Sein Schalter, der so viel Fingerspitzengefühl verlangte wie das Knacken eines Tresors. Vom Kalkfänger ganz zu schweigen, der hing in traurigen Resten leblos am Deckel. Abgesang auf einen treuen Gefährten. weiterlesen

Alles im Griff: Frau Mirtana schubst Klötzchen.

Wie alle tragischen Geschichten beginnt auch diese mit einer harmlosen Frage. Nämlich: „Sag mal, was zockst du da eigentlich?“ Gerichtet an meinen Neffen, der ganz vertieft mit seiner Switch auf dem Sofa der Ferienwohnung saß. Die kleine Schwester war schon im Bett, und so erklärte mir mein Neffe geduldig, was er da spielt. Ich sah zu, wie er in Windeseile mit simplem Klötzchen schubsen einen Zoo baute, einen entlaufenen Papagei wieder einfing und Tiere vermehrte. Ehrlich, wie niedlich ist das bitte? Zwei Schafe füttern, dann fliegen Herzchen durch die Luft, und PLÖPP, da steht ein kleines, treu blickendes Babyschaf. Hach! Alles im Griff: Frau Mirtana schubst Klötzchen. weiterlesen

Dear Diary #6: Alt werden in fünf Minuten.

Ja, das geht neuerdings wirklich so schnell. Innerhalb von fünf Minuten wechsle ich vom Aggregatzustand „Ich, 45, mitten im Leben, alles läuft super, da geht noch was“ über in „Ich, 85, da geht nix, alt und abgehängt“. Und alles, was ich dazu benötige, ist ein modernes Auto. Wer hier länger liest, wird wissen, daß mein Privatwagen nicht nur einen Namen hat, sondern auch ein älteres Semester ist. Genauer gesagt verbirgt sich hinter dem Beschleunigungsmonster ein Toyota Corolla Baujahr 2001.

Wenn ich mit dem Beschleunigungsmonster irgendwohin möchte, gestaltet sich das recht einfach: einsteigen, Schlüssel ins Zündschloß, selbigen drehen, Licht an (ich fahre immer mit Licht, ausnahmslos, egal welches Fortbewegungsmittel), Gang rein, anschnallen, Kupplung kommen lassen und losfahren. Ich bin fünfundvierzig, stehe mitten im Leben, bin fit und eine ganze Industrie will mir einreden, daß fünfundvierzig schließlich das neue dreißig sei, damit ich meine Kohle für Proteinshakes, Detoxpülverchen, Fitness-Apps und Antifalten-Pampe raushaue. Wo sind die alle bitte, wenn ich mich hinter das Steuer eines modernen Autos aus den letzten Jahren klemme? Dear Diary #6: Alt werden in fünf Minuten. weiterlesen

Dear Diary #4: Wie grün sind deine Blätter.

Das Fest der Liebe naht und ich rätsle mich mit meinem Krimi-Adventskalender jeden Abend fröhlich näher an den Tag, an dem wir Geschenke unter dem Tannenbaum austauschen. Wer mich schon länger auf diesem Blog begleitet, der wird das ein oder andere Mal offen oder zwischen den Zeilen folgende Tatsache bemerkt haben: ich kann Weihnachten und dem darum herum gestrickten Brimborium wenig abgewinnen.

Würde Weihnachten wegen Bodennebel ausfallen, mir täte nichts fehlen. Im Gegenteil, dieser ganze Wahnsinn um diese drei Tage, an denen wir bitte besinnlich zu sein haben, der dürfte gerne der Vergangenheit angehören. Weihnachtsmärkte finde ich gruselig, der Geruch von Glühwein bereitet mir Übelkeit und Einkaufen in dieser Zeit macht mir alles andere als Spaß. Spätestens, wenn der Typ im Radio zum xten Male davon trällert, wie traumatisiert er doch sei, daß die Olle, der er sein Herz schenkte, es am nächsten Tag verschmähte, möchte ich den nur noch mit den Worten anbrüllen „Boah Alter, werd erwachsen und komm halt drüber weg, daß sie dich nicht wollte!“ Dear Diary #4: Wie grün sind deine Blätter. weiterlesen