Monatsliebe Februar: Can’t fight the Moonlight.

Ist Euch eigentlich schon mal aufgefallen, daß „Zack, da ist es …“ offenbar eine meiner liebsten Redewendungen ist wenn um Ende oder Anfang eines neuen Monats geht? Einmal ist Ereignis, zweimal ist Tradition. In diesem Sinne „Zack, da haben wir schon Februar!“ und somit ist der Monat, in dem die guten Vorsätze traditionell eines langsamen Todes sterben, für das Jahr 2023 bereits wieder Geschichte. Deswegen mache ich keine mehr. Also gute Vorsätze, die haben bei mir so eine kurze Halbwertszeit, das lohnt sich nicht. Monatsliebe Februar: Can’t fight the Moonlight. weiterlesen

Dieses Ding mit der Kreativität.

Kreativität kommt aus dem Latein, von creare, was so viel bedeutet wie etwas neu schöpfen, etwas erfinden, etwas erzeugen, herstellen. Früher dachte ich immer, kreativ sei nur wer Großes schaffe. Wer malen, gestalten, fotografieren, schreiben, also Kunst in welcher Form auch immer, erschaffen kann. Und da ich als Schülerin nie sonderlich gut war in Kunst, ich kann schlecht zeichnen und malen ist auch nicht so mein Ding, zog ich jahrelang daraus die Schlußfolgerung, daß ich einfach kein kreativer Mensch sei. Dieses Ding mit der Kreativität. weiterlesen

Der Tag, an dem ich mein Handy vergaß.

Vor ein paar Tagen verließ ich das Büro und obwohl ich vor dem Gehen routinemäßig den Check „Schlüssel Büro, Schlüssel zu Hause, Schlüssel Fahrrad, Schlüssel Garage, Portemonnaie, Handy, alles in der Handtasche?“ durchführe bevor ich die heiligen Hallen des Lohnerwerbs verlasse, muß ich an dem Abend recht zerstreut gewesen sein. Bis auf mein smartes Kommunikationsgerät hatte ich alles Wichtige dabei. Der Tag, an dem ich mein Handy vergaß. weiterlesen

Tagebuch schreiben: “Wer schreibt, der bleibt.”

Hand aufs Herz, wer schreibt heute noch altmodisch mit Stift auf Papier? Außer dem Einkaufszettel, wenn dafür nicht auch schon eine App zum Einsatz kommt. Ich bin ein großer Fan der Chirografie, wie es in der Fachsprache so schön benannt wird. Der bitte was? Na, des manuellen Schreibens, umgangssprachlich schnöde bezeichnet als “mit der Hand” schreiben, da gibt es tatsächlich ein eigenes Fremdwort für. Übrigens eine feinmotorische Meisterleistung, bei der mehr als dreißig Muskeln und siebzehn Gelenke zusammen arbeiten. Nicht zu reden von den zwölf Hirnarealen, die dabei aktiv werden. Zumindest bei den Menschen, die ihr Hirn nur besitzen, damit ihnen die Schädeldecke nicht nach innen fallen kann. Wie ich ausgerechnet auf das altmodische Schreiben mit der Hand komme? Tagebuch schreiben: “Wer schreibt, der bleibt.” weiterlesen

Monatsliebe Januar: It’s only up we go.

Zack, da ist es wieder Januar und damit schreiben wir das Jahr 2023. Schon wieder ein neues Jahr? Wo ist denn bitte das alte abgeblieben? Versunken im Staub der Vergangenheit und, wenn ich ehrlich bin, so traurig macht mich das nicht. Das letzte Jahr war durchwachsen. Ja, es hatte ein paar schöne Momente, keine Frage. Genauso hatte es aber auch blöde, traurige, nervige Zeiten und leider sind es genau diese Zeiten, die 2022 zu einem durchwachsenen Jahr gemacht haben, das ich in der Form nicht noch einmal brauche. Monatsliebe Januar: It’s only up we go. weiterlesen

Schon wieder 365 Tage später?

Konserviert und archiviert, ich hab’s gespeichert
Paraphiert und nummeriert, damit ich’s leicht hab’
Denn ich weiß genau, bei mir läuft’s nicht für immer rund
Doch was mir bleibt, ist die Erinnerung

In einem schwarzen Fotoalbum mit ‘nem silbernen Knopf
Bewahr’ ich alle diese Bilder im Kopf

– SIDO “Bilder im Kopf” –

Zum zweiten Mal sind 365 Tage vergangen. Das zweite Mal werde ich daran denken, daß ich Dich heute gerne anrufen möchte um “Happy Birthday” zu sagen. Und am anderen Ende wird niemand mehr abheben. Wie so häufig in den vergangenen Monaten. „Weißt du noch, als wir …“ will ich sagen und dann lege ich das Handy wieder weg. Du wirst mir nicht mehr antworten und diese Realität ist nach wie vor bitter. So unglaublich bitter.

So viele Bilder, die in den letzten Wochen wieder aufgetaucht sind. Manchmal hege ich die Befürchtung, daß sie irgendwann verblassen und abgegriffen sein werden. So wie Fotos in einem Album, das zu oft durchgeblättert wurde. Ich will nicht, daß Du verblasst. Denn die zwanzig Jahre, die Du mein Leben lustiger und reicher gemacht hast, sie sind unglaublich wertvoll.

Du bist mein Freund, mich verbindet ein tiefes Band mit Dir und jetzt verschwindet das andere Ende dieses Bandes in einem undurchdringlichem schwarzen Nebel. Das macht mir Angst. Alter, die Erfahrung, wie es war, Dich zu verlieren, macht mir eine Heidenangst. Davor, was mit mir passiert wenn das nächste Bandende verschwindet. Ich bin nicht gut darin, neue Bänder zu knüpfen, die halten. Dafür bin ich wirklich Meisterin wenn es darum geht, bestehende Bänder stärker zu machen, daran fest zu halten, egal wie widrig die Umstände sein mögen. Wenn man mich läßt.

Ich hätte Dir so viel erzählen wollen in den letzten 365 Tagen. Weil Deine Meinung immer offen und ehrlich war, ganz egal ob mir Deine Worte in den Kram passten oder nicht. Mir nur zu sagen, was ich hören wollte, war einfach nie Dein Ding. Zu meinem großen Glück war es das nie. Ich kann die Gelegenheiten nicht mehr zählen, wo ich mir zerknirscht eingestehen mußte, daß ich auf dem Holzweg bin. Es gibt nichts, was mir schwerer fällt, als jemanden sagen zu müssen “Du hast recht”. Es gibt nur ganz, ganz wenige Menschen vor denen ich das zugeben kann. Seitdem Du nicht mehr das bist, ist es einer weniger. Du warst einer der Spiegel, in denen ich das sehen konnte, was für mich alleine im blinden Fleck nicht zu erkennen ist.

Bei der Vorstellung, wie Du die Ohren anlegst wenn Du von mir gehört hättest, daß ich tatsächlich vor habe, so ganz offiziell „Ja, ich will“ zu sagen, muß ich schmunzeln. Immerhin hatte ich das jahrelang kategorisch ausgeschlossen. Ich hätte Dich gefragt, ob das wirklich eine gute Idee ist und ich kann Deine Antwort förmlich hören „Auf jeden, ihr zwei seid füreinander gemacht.“

Es gibt noch so viel mehr, was mir in den vergangenen 365 Tagen widerfahren ist, was ich Dir gerne erzählt hätte. Jetzt kann ich nur noch mit den Bildern in meinem Kopf reden. Manchmal, wenn die Welt sehr leise ist, kann ich eine Antwort hören. Das ist Dein Geschenk an mich. Das Bild, das Du von mir hattest, war immer klar und es hat meine Wahrnehmung von mir geprägt wie kein anderes. Wenn ich nicht mehr sagen konnte, wer ich bin und was ich kann, hast Du diese Aufgabe für mich übernommen.

Ich habe alle diese Bilder im Kopf, all die gemeinsamen Erinnerungen. Sie sind, was mir von Dir geblieben ist. Es wird keine neuen Bilder mehr in unserem gemeinsamen Album geben. Und dieser Gedanke macht mich traurig, er schmerzt. An manchen Tagen mehr als an anderen. Heute denke ich an Dich, schlage das schwarze Album mit dem silbernen Knopf auf, worauf in dicken Lettern Dein Name steht, und blättere vorsichtig durch all die vielen Bilder.

365 Tage. Und heute wäre Dein zweiundfünfzigster Geburtstag.

Happy Birthday, Du alter Sack.

Ich vermisse Dich. Wo immer Du bist, ich trink einen auf Dich.

Monatsliebe Juni: On the Road again.

Der Juni ist da. Joa, so hab ich auch geguckt … Zack, BÄMM, Mai schon herum und wir nähern uns mit rasanten Schritten der Mitte des Jahres. Und dem Sommer, meiner am wenigsten favorisierten Jahreszeit. Weil wegen zu warm, zu schwül, zu trocken und da vorne kommt eine Wand während ich die falschen Schuhe an den Füßen hab. Irgendwas ist halt immer und aus mir wird einfach kein Sommerkind mehr in diesem Leben. In Vorbereitung auf den anrollenden Sommer war ich wenigstens so clever, das explodierte Shetlandpony auf meinem Schädel deutlich kürzen zu lassen. Man könnte glatt glauben, ich hätte jetzt so etwas wie eine Frisur und ich gebe die irrige Hoffnung nicht auf, daß das derart drastisch gekürzte Haupthaar zur Kühlung des Kopfes beiträgt.
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Umsteigen: vom Auto aufs Fahrrad.

Wir schreiben den ersten April. Mein Telefon im Büro klingelt. “Schönen guten Tag, hier Händler XY. Ihr Fahrrad ist jetzt fertig zur Abholung!” flötet mir eine service-orientierte Männerstimme entgegen. Mein entgeisterter Blick fällt aus dem Fenster, wo es gerade fröhlich vor sich hin schneit … “Das ist doch jetzt wohl ein Aprilscherz, oder? Die letzten Tage war das Wetter schön und frühlingshaft und wenn es schneit (!) kann ich endlich das ersehnte Fahrrad abholen?!” denke ich, antworte stattdessen “Vielen Dank für die Info, dann komme ich das Rad gleich holen.” Habe ich dann auch gemacht. Und bin nur mit Strickjacke und fingerlosen Stulpen als Schutz vor Schnee und Kälte auf der Jungfernfahrt vom Händler ins Büro gefahren. Hey, nur die Harten und Garten und so, gell? Umsteigen: vom Auto aufs Fahrrad. weiterlesen