Rückblick: Dabei fing das Jahr so gut an …

Dieses 2020 ist gerade mal ein paar Stunden alt und zeigt sich von seiner besten Seite. Sonnenschein, klare Luft und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Zeit und Gelegenheit, mein Weihnachtsgeschenk von Cookie auszuführen. Ich verpacke mich in Schichten von Kleidung, so viel wie unter meine Kombi halt paßt, fahre tanken und mache mich dann auf den Weg. Immer der Nase nach auf meinem Motorrad.

Es läßt sich gut an, dieses 2020 während ich Kilometer um Kilometer auf ruhigen Landstraßen hinter mich bringe. Ich bin mir sicher, dieses 2020 wird besser als sein Vorgänger und die Pläne, die ich für dieses Jahr habe, sind zahlreich. Nicht wenige davon hängen mit dem Gefährt zusammen, mit dem ich gerade durch die Kälte rolle. Mit sehr kalten Füßen und Händen komme ich zu Hause an, mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht und fuck yeah, das wird bestimmt ein gutes Jahr.

Und im Januar dann so …

Ich will was neues lernen, habe ich mir vorgenommen. Letztes Jahr habe ich den Führerschein fürs Motorrad gemacht und gelernt, wie man mit so einem Ding von A nach B fährt um den Prüfer davon zu überzeugen, daß man mich auf zwei Rädern auf den Straßenverkehr loslassen kann. Jetzt will ich ein Fahrsicherheitstraining machen um die Maschine unter kontrollierten Bedingungen besser kennen zu lernen.

Beruflich will ich mich weiter bilden und melde mich für Fortbildungen an, privat freue ich mir ein Schnitzel ans Knie als die Bestätigung kommt, daß ich noch einen Platz im Zeichenkurs der VHS erwischt habe. Ich will skizzieren und Zeichentechniken kennen lernen, verschiedene Materialien austesten und schauen, was davon mir Spaß macht.

Im Büro fange ich an, aufzuräumen. Ich schaffe Ordnung in dem sehr kleinen Raum, damit ich wieder konzentriert arbeiten kann. Das Chaos um mich herum kann ich nicht mehr ertragen, es hilft mir wenn meine Umgebung ordentlich ist. Ich habe viel darüber nach gedacht, wie ich mich und meine Arbeit verbessern kann. Dieser Prozess hat mir eine Menge Energie und Motivation zurück gebracht und weil ich mit dem, was ich mir vorgenommen habe, gut voran komme, kaufe ich mir zur Belohnung selber eine Menge Pflanzen für mein kleines Büro.

Ich habe Ideen, ich bin kreativ, ich bin effektiv und ich habe wieder den Spaß an dem zurück erhalten, was ich tue. Von dem, was in anderen Teilen der Welt passiert, bekomme ich wenig mit. Ich lese in diesen Tagen wenig Zeitung und Radio habe ich so gut wie nie an, mir geht das Gequatsche zwischen den Songs auf den Keks, ich bin kein großer Radio-Fan mehr.

Zuversichtlich starte ich ins Jahr und bringe den ersten Monat gut, erfolgreich als auch kreativ hinter mich. Nur zu Hause Ordnung halten, das fällt ein wenig hinten runter … Hempels unterm Sofa und so.

Derweil an einem anderen Ende der Welt …

Am 1. Januar wird der Fischmarkt von Wuhan, Provinz Hubei geschlossen. Eine neue Krankheit ist dort aufgetaucht, von der Experten am 5. Januar bereits wissen, daß es sich dabei weder um SARS noch um MERS handelt. Am 7. Januar gibt es von chinesischer Seite die Bekanntgabe, daß man bei mehreren Erkrankten ein neuartiges Coronavirus identifiziert habe.

Mitte Januar werden vereinzelt Fälle aus anderen asiatischen Staaten bekannt. Am 18. Januar versammeln sich knapp 40.000 Familien in Wuhan, um das traditionelle chinesische Neujahrsfest zu feiern. Bis einschließlich 26. Januar sind offiziellen chinesischen Angaben zufolge 2.744 Personen infiziert und das Robert-Koch-Institut erklärt die Provinz Hubei inklusive der Stadt Wuhan zum Risikogebiet. Am gleichen Tag spricht Präsident Xi Jinping von einer ernsten Situation. Alle Feierlichkeiten zum Neujahr werden abgesagt und der Lockdown für die Stadt Wuhan verkündet.

Und wir so?

Ich kriege nur am Rande mit, was in China passiert. Die ersten Coronawitze kursieren und ansonsten läuft das Thema an mir vorbei. Wenn es nicht Menschen in meinem Bekanntenkreis gäbe, die in ihrer Freizeit gerne mal Aluhut tragen und die Gelegenheit nutze, um jetzt mit kruden, komischen Theorien aus dem Gebüsch gesprungen zu kommen, dann hätte ich Ende Januar nicht behaupten können, überhaupt schon mal was von 2019-nCov, wie man das Virus provisorisch getauft hat, gehört gehabt zu haben …

Bis der Januar dem Februar das Staffelholz übergab …

Auf Wiedersehen Social Media.

Es gibt da diesen einen Satz, mit dem meine Mutter jegliche Diskussion mit ihrer, damals stark im Griff der Pubertät befindlichen, Tochter direkt im Keim erstickte. Jedesmal, in meiner Realität zumindest, wenn ich etwas wollte, von dem ich glaubte es sei cool, sagte meine Mutter “Nein” zu mir. Diese Art von Nein, die gleich der chinesischen Mauer wuchtig in der Gegend herum steht und mich unüberwindlich von meinem Ziel trennte. Sobald meine Verzweiflung, dieses Diskussionsäquivalent der chinesischen Mauer, bestehend aus vier unschuldigen Buchstaben, überwinden zu wollen, groß genug wurde … dann, ja dann, beging ich jedesmal den gleichen folgenschweren Fehler.  Auf Wiedersehen Social Media. weiterlesen

Frau Mirtana voll im Trend: Entrümpeln!

Jeden Morgen tat ich das, was Millionen anderer Menschen auch tun. Ich wachte auf und öffnete die Augen. Und bevor ich noch ganz richtig wach war fühlte ich schon den Frust mit seinen kalten Fingern im Nacken. Andere Menschen müssen wenigstens mit dem falschen Fuß aufgestanden sein um ohne gute Laune in den Tag zu starten. Ich brauchte das nicht. Nö, ich mußte nur morgens die Augen aufmachen und ZACKBÄMM, schlechte Laune. Frau Mirtana voll im Trend: Entrümpeln! weiterlesen

Realitätscheck? Die Realität kann mich mal.

Samstag morgen. Die Vögel zwitschern, die Sonne scheint ins Fenster und kühl streicht mir die Morgenluft übers Gesicht. Gut gelaunt schwinge ich mich aus dem Bett, schließe leise die Türe hinter mir damit der beste Cookie noch ein wenig schlafen kann. Ich hingegen nutze die morgendliche Ruhe für ein bißchen Yoga im Wohnzimmer. Man muß ja geschmeidig bleiben im Alter. Danach bin ich bis in die Haarspitzen entspannt und genieße ein gutes Frühstück. Mit Knäcke und Hüttenkäse und Superfoods und so. Hauptsache gesund und lecker, das ist schließlich nicht nur gut für mich sondern sieht, so unter uns, verdammt fotogen aus.  Realitätscheck? Die Realität kann mich mal. weiterlesen

Social Media Abstinenz – Urlaub von Facebook & Co.

Social Media Abstinenz - Urlaub von Facebook & Co

Bling. Bling. Neue Nachricht von Facebook. X Leute gefällt Dein Foto. Bling. Bling. Neue Nachricht von Instagram. X hat Dir einen Kommentar geschrieben. Bling. Bling. Neue Nachricht. Noch eine. Und noch eine. Den ganzen Tag. Und auf einmal hat mich mein Smartphone ganz hervorragend konditioniert. Jedesmal wenn es vibriert, summt oder pingt habe ich das Dingen in der Hand. Immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, ich könnte ja was Wichtiges verpassen.

Alter Falter, wann ist das bitte passiert? Und was ist da eigentlich passiert? Ich lasse mir von einem Smartphone und Social Media dirigieren, wer wann und wie meine Aufmerksamkeit in Beschlag nehmen darf. Ernsthaft jetzt? Schöne Scheiße. Wird wohl mal Zeit für Social Media Fasten. Hab ich vor ein paar Tagen gelernt, daß es das gibt. Abstinenz von Facebook, Instagram, Snapchat und Co, also Social Media Abstinenz. Komische Zeiten, in denen wir leben … Social Media Abstinenz – Urlaub von Facebook & Co. weiterlesen

Wort zum Sonntag. Heute: Alkohol.

Neues Jahr, neue Schandtaten. Mit der neuen Rubrik “Das Wort zum Sonntag” möchte ich Euch gerne Texte servieren, die sich um ein bestimmtes Thema drehen. Lose Gedanken, Meinung, Erfahrungen. Den Einstieg wage ich mit einem Thema, das mir schon lange in den Fingern juckt und auf der Zunge liegt. Oder eigentlich mehr so nicht auf der Zunge liegt … Das erste Wort zum Sonntag geht an: Alkohol.

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Unbestritten gehört Alkohol zu unserer Gesellschaft. Man entkommt ihm nicht. Wein, Bier, Schnaps gehören bei diversen Anlässen einfach dazu und mir als der armen Socke, die wirklich immer (!) fahren muss (!), wird bei eben jenen Anlässen Mitleid entgegen gebracht weil ich, wieder mal, nicht mit trinken kann. Tja, schade aber auch. Meistens scheitere ich bei dem Versuch, meinen Mitmenschen erklären zu wollen daß das meine freiwillige Entscheidung ist und ich mich nicht mit Cookie darum prügeln muß wer unser Gefährt zurück in die Heimat lenkt. Ich mag halt kaum bis gar keinen Alkohol und ich kann nicht mal mit einer superduper Geschichte aufwarten warum das so ist. Wort zum Sonntag. Heute: Alkohol. weiterlesen

Entschleunigung? Am Arsch. Oder: Warum eigentlich analog?

Gute Frage. Der Glaubenskampf zwischen „Digitalrittern“ und „Analognerds“ füllt ja mittlerweile Foren, Blogs und Zeitschriften. Und immer wieder wird der Trend von allen Seiten zurück Richtung analog geprügelt, dabei belächelt man dann die Digitalfotografie abfällig. Digital knipst man doch nur, das kann nun wahrlich jeder. Also bitte, der wahre Künstler fotografiert analog! Das liest man doch schließlich immer wieder. Das Wunder der Entschleunigung heißt Analogfotografie und die ist nur was für Könner. Entschleunigung? Am Arsch. Oder: Warum eigentlich analog? weiterlesen

Worte zum Sonntag. Heute: Schmerz & Fotoserie.

Cookie schleift Messer in der Küche. Seit zwei Stunden ertönt das Geräusch von Klingen, die über einen Schleifstein geführt werden. Seit zwei Stunden höre ich, um dagegen zu halten, Chopin über Kopfhörer. Während ich Dellen in die Couch sitze. Ich liebe unsere Couch. Die hat sich im Laufe der Jahre so wunderbar an meine Körperform angepaßt. Nun sitze ich nicht nur einfach Dellen in unsere Couch. Das könnt ja jeder.

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