Schicksalsgeplagter Tag, dieser neunte November. Dabei ist mir heute erst gar nicht aufgefallen, daß heute vor hundertsieben Jahren die Novemberrevolution statt fand, vor hundertzwei Jahren der Kunstmaler aus Österreich sich im Putschen versuchte und fünfzehn Jahre später mittels seiner Schergen den zynisch getauften „Volkszorn“ entfesselte, der den Übergang von Diskriminierung zu offener Verfolgung und Ermordung markierte. Immerhin, vor sechsunddreißig Jahren haben die Deutschen die Mauer zum Einsturz gebracht. Gibt Momente, da frage ich mich, was wir eigentlich wirklich aus unserer deutschen Geschichte gelernt haben. Dann dünkt mir in Anbetracht der aktuellen politischen Entwicklungen, daß das nicht viel gewesen sein kann. #Journal 9. November 25 weiterlesen
Schlagwort: Journal
Journal – vom französischen „le jour“ abgeleitet. So klingt der schnöde Tag gleich viel vornehmer, oder? Wie etwas für Leute mit Federkiel, Samtunterlage und einer Katze, die schnurrend auf dem Schoß sitzt. In der Realität benutze ich Tastatur statt Federkiel, ganz ohne Samtunterlage und eine Katze wohnt hier auch nicht. Ich schreibe, weil ich Spaß daran habe. Ohne Hochglanz, ohne zur Perfektion gestylte Fotos, ohne „5 Schritte, um dein Problem X zu lösen“.
Unter Journal findet sich der Ort, an dem mir Bloggen wieder Spaß macht. Der Versuch, zurück zu meinen Ursprüngen zu finden – so wie 2004, als es mir noch um Gedanken, Geschichten und das Schreiben ging.
So finden sich unter dem Schlagwort „Journal“ genau diese Art von Einträgen: kleine Alltagsgeschichten, chaotische Momente, die üblichen Katastrophen, Gemopper, schräge Gedanken und kleine Glücksmomente. Mein Journal ist kein Ratgeber, kein Tutorial und erst recht kein Lebensratgeber. Es ist das kleine, digitale Fenster zu der Welt in meinen Kopf und der Ort, an dem es unperfekt, verspielt, ehrlich, absurd, chaotisch, maulig und manchmal nachdenklich zugehen darf.
Nicht täglich, dennoch der Weg zurück zum Tagebuchbloggen. Mit viel Augenzwinkern und Schmunzeln. Mit mir lachen ist hier ausdrücklich erwünscht – man sollte mich nicht allzu ernst nehmen. Unter Journal steht die Einladung, kurz im Alltag innezuhalten und einen Schritt in meine Welt zu machen. Und nur weil ich es ganz vornehm „Journal“ getauft habe, braucht hier keiner Angst zu haben. Hier geht es absolut nicht vornehm zu. Im Gegenteil.
Möge sich jeder selbst ein Bild machen.
#Journal 7. November 25
„Ihre Sendung wurde an einen Hausbewohner übergeben.“ Interessant – in unserem Büro wohnen Menschen? Und warum ist mir das noch nie aufgefallen?
Bei der Sendung handelt es sich um meinen bestellten Rolltop-Rucksack von Airpaq, den ich am Sonntag bestellt habe und der natürlich an dem Tag geliefert wurde, an dem ich im Home-Office arbeite. Weil ich unglaublich neugierig bin, habe ich den gestern nach dem Abendessen noch im Büro abgeholt. Mit dem Auto. Ja, ich bin mir der Ironie bewußt, daß ich mit dem Auto losfahre, um den Rucksack abzuholen, den ich mir angeschafft habe, damit ich mein Arbeitsnotebook sicher transportieren kann, wenn ich mit dem Rad ins Büro fahre. #Journal 7. November 25 weiterlesen
#Journal 5. November 25
Ich bin in der Winterzeit angekommen. Und wache heute exakt um 5:59 Uhr auf, eine Minute bevor mein Wecker seinen Dienst antritt. Den ich pflichtschuldig dahin zurück schicke, wo der Pfeffer wächst und mich noch einmal herum drehe, so für ein halbes Stündchen Augenpflege. Denn auch sechs Uhr morgens ist nicht meine Zeit. Im nächsten Leben werde ich Nachtwächterin. Einmal die Stunde mit dem Hund übers Gelände latschen und die restliche Zeit mit einem guten Buch herum sitzen während man mich fürs Lesen bezahlt? Nähme ich sofort, den Job. Käme ich auch endlich mal dazu, den Stapel ungelesener Bücher zu verkleinern. #Journal 5. November 25 weiterlesen
#Journal 2. November 25
Was für mich Herr der Ringe, ist für Cookie „The Rocky Horror Picture Show“. So wie ich ganze Dialoge der Gefährten mit sprechen kann, kennt Cookie sämtliche Songtexte und Punchlines des Kultfilms aus den Siebzigern. Die Schauburg in Gelsenkirchen hatte für heute den Film im O-Ton auf dem Programm und ich finde, das kann man durchaus mal machen. Zumal die Schauburg, welche 1929 erbaut wurde, ein unheimlich schönes, nostalgisches Ambiente hat. #Journal 2. November 25 weiterlesen
#Journal 30. Oktober 2025
Heute zu normalen Zeiten aufgewacht. Immer noch viel zu früh, für meinen Geschmack, aber die Arbeitswelt ist nicht für Nachteulen wie mich gemacht. Immerhin muß ich heute das Haus nicht verlassen, sondern kann am heimischen Schreibtisch arbeiten. Den ich gestern in weiser Voraussicht fix von Chaos befreit habe. Keine Ahnung, aber das muß ein Naturgesetz sein: habe ich meinen Schreibtisch ein paar Tage nicht in seiner eigentlichen Funktion als Arbeitsplatz benutzt, dann findet sich darauf immer ein kurioses Sammelsurium an Krempel, und ich habe keine Ahnung, woher das Zeugs eigentlich kommt. Das materialisiert sich dort mysteriöserweise während meiner Abwesenheit. #Journal 30. Oktober 2025 weiterlesen
#Journal 29. Oktober 25
Uff. Das war mal ein langer Tag. Und bevor jemand fragt, natürlich hat die Taktik „Lange aufbleiben, länger schlafen“ auch heute nicht funktioniert. Auf dem Wecker leuchtet mir freundlich 05:27 entgegen. Ich diskutiere heute nicht mit der inneren Ticktack, sondern stehe einfach auf. Das hat sie jetzt davon. Wenn ich mich schon mit saisonaler seniler Bettflucht herum schlagen muß, dann kann ich die Zeit besser nutzen als mit den Gegebenheiten zu hadern. Also ab auf meine Meditationsmatte und zwanzig Minuten atmen. Siehe da, funktioniert schon besser als die vergangenen Tage. #Journal 29. Oktober 25 weiterlesen
#Journal 28. Oktober 25
Da habe ich mich gestern Abend bis halb zwölf (Winterzeit) auf der Couch wach gehalten, in der Hoffnung, mein Körper würde sich einfach den fehlenden Schlaf holen und mich bis zum Weckerklingeln im Land der Träume belassen. Klare Fehlkalkulation. Aufgewacht bin ich um? Eben. Um zwanzig nach fünf. Meine innere Ticktack so: „Ey, Alter! Im Leben nicht. Es ist gleich halb sieben, Zeit aufzustehen! Hoppi, hoppi!“ Und mein Kopf: „Ähm, nein. Zeitumstellung und so? Lass doch noch bisschen schlummern, bitte?“ Keine Chance. Also liege ich grummelig im Bett und höre Cookie beim Schlafen zu – nicht ohne Neid. Um halb sechs mein Bett verlassen? Nicht mit mir. #Journal 28. Oktober 25 weiterlesen
#Journal 27. Oktober 25
Zeitumstellung. Von Sommerzeit auf Normalzeit und immer noch hasse ich diesen Blödsinn mit einer Inbrunst, die ihresgleichen sucht. Positiv gesehen kommt die Winterzeit meinem natürlichen Rhythmus eher entgegen als ihr Pendant Sommerzeit. Meine innere Uhr ist trotzdem irritiert und es wird Tage dauern, bis das störrische Ticktack wieder in der richtigen Spur läuft. So schlage ich heute Morgen die Augen auf und stelle fest, es ist gerade mal halb sechs. What the fuck? #Journal 27. Oktober 25 weiterlesen
