Auf den Nadeln im Dezember

Schaue ich hier im Blog so in die Liste mit den Suchbegriffen dann stolpert man da über eine Menge witziger Dinge. Mein Favorit, der auch wirklich schwer zu schlagen sein wird, ist immer noch „sag mir was schmutziges“ über die Google Bildersuche. Übrigens findet man da ein Bild unserer Spülmaschine … Kommt ja auch etwas Schmutziges rein, in dem Falle sogar jugendfrei. Allerdings scheint man mein Blog sehr häufig auch zu finden wenn man Google mit der Suche nach diversen Strickthemen beauftragt.

Dabei bin ich doch gar kein Strickblog. Also im strengen Sinne, denn natürlich stricke ich noch. Hier im Blog hingegen geht es meist auch noch um ganz andere Dinge. Finde ich schon ein bißchen unverschämt von Google mich da einfach so als Strickbloggerin abzustempeln. Ich kann doch auch noch was anderes … Wie jetzt, was genau? Außer Fotos und dummes Zeug reden?

Wie auch immer, ich wollte das hier mit dem Strickblog mal klar gestellt haben. Liebes Googledings, ich bin keins. Strickblog jetzt. Klaro?

Trotzdem stricke ich natürlich immer noch. Auch wenn das jetzt ein paar Monate nicht mehr so wirklich Thema war, ich fauler Schlunz habe die schöne Idee des monatlichen „Auf den Nadeln“ irgendwie … verschlunzt. Verschlunzen ist übrigens ein tolles Wort. Ich mag das Wort. Verschlunzen. Das hat doch viel mehr Pfiff und rollt viel locker flockiger von der Zunge als ein schnödes „verschlampen“. Nach ewiger Zeit ohne Nadelsprech und Strickgedöhns: was stricke ich jetzt so?

Bewährtes kommt wieder auf die Nadeln.

Ist ja nicht so als ob ich schon einen Viajante hätte und wissen müßte, wie lange sich das hinzieht bis er mal fertig ist. Vielleicht liebe ich ihn gerade deswegen so innig und trage ich noch viel lieber. Allerdings ist das jetzt ein türkiser Reisender und damit paßt er nicht gut zu meiner neuen Liebe, den kaltroten Shirts. Viel besser zu kalten Rottönen hingegen paßt meine Lieblingsfarbe mit dem schwungvollen Namen „Maus jung“. Und weil sich so ein Viajante ja nicht schlecht trägt dachte ich mir so etwas wie „Hach, so ein schickes Teil in hellem Grau, das wäre ja nicht schlecht …“

Auf den Nadeln Dezember 02

Gedacht, angeschlagen und gestrickt, gestrickt, gestrickt. Wie eine Weltmeisterin habe ich an diesem Teil gestrickt. Und bin gerade mal ein bißchen weiter als Halbzeit. Kaum zu glauben. Ich muß wirklich sehr schnell verdrängt haben wie lange ich für den türkisen Viajante schon gebraucht habe. Das menschliche Gehirn ist wirklich ein erstaunlicher Apparat … Dieses Schultertuch wird allerdings keine, wie in der Anleitung vorgesehen, Netzkante bekommen. Sondern etwas anderes. Wellen? Blätter? Mäusezähnchen?

Stricken mit Kochlöffeln.

Ich hatte irgendwann so zwischen Anfang und Ende November die glorreiche Idee, einen Loop zu stricken, so ähnlich wie High Mountain von Waltraud Dick. Allerdings mit einem dickeren Garn. Was an und für sich jetzt noch nix wäre was die Welt bewegt, nicht mal meine kleine Welt. Ich wollte nicht nur einen schicken Loop in trendigem schwarz-weiß stricken sondern ihn auch verschenken. Zu Weihnachten. Hier auf dem Blog.

Auf den Nadeln Dezember 01

Haha. Hahaha. Haha Haha Hahaha. In meinen Ohren erklingt spöttisches Gelächter. Da schwebte meine Phantasie schon in höchsten Sphären und beschäftigte sich damit, den entsprechenden Beitrag zu formulieren. Bis die Realität unschön die Phantasie an den Füßen gepackt und wieder zurück auf den Boden der Tatsachen befördert hat. Denn dickes Garn strickt man bekanntlich mit dicken Nadeln. Und was kann ich nicht?

Richtig. Mit dicken Nadeln stricken. Alles, was mit Nadeln überhalb der 4,5 mm Stärke gestrickt wird, erachten meine Hände als Körperverletzung. Die Hände schmollen immer noch daß ich mich gegen sie durch gesetzt habe um einen ganzen Jedi-Mantel auf Nadelstärke fünf zu stricken. Dafür verweigern sie mir jetzt nach spätestens einer Stunde stricken mit dicken Nadeln schmerzend den Dienst. Soll heißen, ich kriege den Loop nicht mehr rechtzeitig fertig. Und seit dieser Erkenntnis schlummert dieses gerade mal angefangene Projekt nach nur zwei ermüdenden Reihen erst einmal vor sich hin. Nun, nächstes Jahr gibbet ja auch wieder ein Weihnachten …

Socken gehen immer.

Damit hat dieses Hobby übrigens Einzug gehalten in diesem, meinem Leben. Mit Socken. Ich wollte unbedingt selber Socken stricken können. Deswegen habe ich mir das selber bei gebracht. Nicht das Stricken an sich, sondern das Stricken von Socken. Mittlerweile kann ich noch viel mehr als nur Socken. Aber so für zwischen durch gehen Socken immer. Und sie lassen sich so gut verschenken.

So war ich höchst entzückt als einer meiner Lieblingsmenschen mich vor einiger Zeit gefragt hat ob sie nicht noch ein Paar Socken von mir bekommen könne. Weil sie das Paar, was ich ihr mal geschenkt habe, so gerne anzieht und darin immer warme Füße habe.

Auf den Nadeln Dezember 03

Natürlich stricke ich für Lieblingsmenschen, die mich auch noch so nett fragen, gerne ein weiteres Paar Socken. Mein innerer Designer warf sich sofort in den Hyperdrive-Modus und ging gedanklich all die schönen, bunten Sockengarne durch, die ich noch so besitze und die darauf warten irgendwann in Form von Strümpfen Füsse vor dem Frieren zu bewahren. Hach, so viele schöne bunte Socken in tollen Farben …

Und dann sagte mein Lieblingsmensch „Ach, und ich hätte gerne die Socken in grau“. Woraufhin sich mein innerer Designer mit einem lauten „PLÖPP“ aus meinem Kopf verabschiedete. Denn ich besitze zwar einen sehr ansehlichen Vorrat bunter Sockenwolle aber nicht. einen. einzigen. Bobbel in grau. Mußte ich dann wohl kaufen. Hab ich auch. Und weil einfach nur grau langweilig ist, ich besser nix „mit Löchern“ stricken sollte aber auch bissel Pfiff in der Socke haben wollte, gibt es ein einfaches Schachbrettmuster. Ein bißchen Gas geben dann könnten sie eventuell bis Weihnachten fertig sein …

Ich bin im Dezember also doch schon ein bißchen monochrom unterwegs. Januar wird besser, dann gibt es wieder was Buntes auf den Nadeln.

P.S.: Nein, der „Plain and Simple Pullover“ von Veera Välimäki ist immer noch nicht fertig. Werde es als Vorsatz mit auf die Liste fürs nächste Jahr setzen. Vermutlich.

2 Gedanken zu „Auf den Nadeln im Dezember“

  1. Chapeau für deine Geduld, Mirtana. Als Schülerin (und das ist schon was her) habe ich gestrickt, heute habe ich dafür leider weder die Geduld noch die Zeit. Aber ich beneide es sehr, wenn man zB diese kleinen Figürchen häkeln kann, oder werden die gestrickt? Socken wären übrigens was für meinen Mann, ich besitze keine Socken 🙂

    Liebe Grüße und einen schönen Advents-Sonntag, Bee

    1. Hi Bee,

      als Schülerin haben wir so etwas Spannendes in Textilkunde (so hieß das bei uns) überhaupt nicht erst gemacht. Wir haben gestickt und mit der Hand genäht und irgendwelche merkwürdigen Dinge gewebt. Häkeln habe ich von meiner Mutter und aus Büchern, Stricken habe ich mir dann später einmal zeigen lassen und den Rest mit Hilfe von Videos und Online-Tutorials gelernt.

      Ich glaube, man kann mit beiden Techniken diese Figuren herstellen. Das allerdings kann ich nicht, da fehlt mir dann doch die Geduld für.

      Liebe Grüße,
      Mirtana

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