Mirtana malt Buchstaben – Handlettering mit Gelbkariert.

Verdammt. Ich habe doch nicht wirklich …? Doch, habe ich. Direkt vor der Herner Polizeiwache im Halteverbot geparkt. Ich Depp Held … Also schnell zurück zum Auto und noch gefühlt mindestens zwölf Mal um den Block fahren um einen Parkplatz zu finden. Damit bin ich jetzt offiziell zu spät. Und ich kann Unpünktlichkeit nicht leiden. Erst recht nicht wenn ich die unpünktliche Person bin auf die alle warten müssen.

Also eile ich bei schönstem Sonnenschein und Frühlingswetter zu den Räumlichkeiten in der Herner Innenstadt, in denen Kirsten und die anderen Blogowski-Mädels schon warten. Natürlich habe ich Kirstens Wegbeschreibung nur überflogen und so verlaufe ich mich im Haus prompt. Zum Glück finde ich unterwegs noch Fabulatoria (oder sie mich) und gemeinsam meistern wir den Weg über Treppen, Dachterrassen und noch mehr Treppen. Frickeltante, Flowers & Candies sowie Fräuleins wunderbare Welt sind schon da. Alltäglicher Wahnsinn kommt ein wenig später, wird sich allerdings genauso verlaufen wie ich. Wie wir alle, die wir die Wegbeschreibung nicht gelesen haben … Wer lesen kann, der läuft halt keine Umwege.

Der Grund warum wir der Einladung von Kirsten aka Gelbkariert.de gefolgt sind ist ein Workshop zum Thema „Handlettering“. Auf dem Tisch stehen viele bunte Stifte und Fineliner und Brushpens und damit wir zwischendrin nicht verhungern gibt es noch leckere Verpflegung (ich liebe Brownies! Muss die unbedingt mal selber machen, kennt jemand ein idiotensicheres Rezept? Immer her damit! … Aber ich schweife ab).

Handlettering mit Gelbkariert

Wer Kirsten auf ihrem Instagram-Account folgt und ihr Blog liest wird sicherlich wissen daß sie dort immer wieder schöne, lustige, nachdenkliche Zitate und Sprüche in wunderschönen Schriften zeigt. Banausin, die ich bin, dachte ich ja immer Handlettering wäre nur der neudenglische Begriff für die doch recht angestaubte alte Dame namens Kalligraphie. So wie Basteln ja seit einiger Zeit auch nur noch mit „DiY“ (Do it yourself) betitelt wird. Nein, nicht ganz, Frau Banausin Mirtana. Auch wenn die zwei irgendwie miteinander verwandt sind, wie auch mit der Typographie, so unterscheiden sie sich doch.

Kalligraphie ist im Prinzip richtiges Schönschreiben. Mit der Hand. Womit auch sonst. Es gibt Regeln und bestimmte Dinge, die man üben muß um sie schlußendlich zu beherrschen. Kalligrafiert wird traditionell mit Tinte, Federhalter, Pinsel und Tusche. Und das schon seit dem Mittelalter, zumindest in unseren Breitengraden.

Typographie, der Vollständigkeit halber, bedeutet hingegen das Erstellen eines Textes mit vorgefertigten Buchstaben. Also so Dinge wie Bleisatz, Maschinensatz aber auch Fotosatz, vorgefertigte Schriftarten am PC. Somit sieht dann jedes „e“ gleich aus, maschinell eben.

Handlettering hingegen wird nicht wirklich geschrieben oder mit vorgefertigten Schriftsätzen erstellt, sondern gemalt und gezeichnet. Manchmal imitiert man damit Kalligraphie oder Typographie, manchmal schreibt man ein Wort locker flockig runter, manchmal zeichnet man es gefühlte Ewigkeiten. Man kann Wasserfarben, Tinte, Tusche, Aquarellkästen und was alles sonst noch Farbe aufs Papier bannt benutzen. In die Finger nimmt man Brushpens, Fineliner, Buntstifte, Pinsel und vermutlich würden sogar Teelöffel funktionieren. So richtig austoben kann man sich dabei. Und, wie ich später heraus finden werde, auch eine ganze Menge Geld ausgeben. Ich hätte ja nie gedacht daß es alleine schon so viele verschiedene Filzstifte gibt!

Handlettering mit Gelbkariert

Kirsten erklärt uns, wie man ein Lettering aufbaut, was sich hinter Auf- und Abstrichen verbirgt, wie man Tropfen und Bögen aufs Papier bekommt, welche unterschiedlichen Arbeitsmaterialien sie selber nutzt und in jedem Satz merkt man ihr sowohl die Begeisterung für ihr Hobby an als auch ihr ungeheures Wissen. Alsbald dürfen wir uns selber mit Brushpens und Übungsblättern vergnügen und sitzen wie die Idötzchen um den Tisch, die gerade das Schreiben erlernen. Und malen, zeichnen, konstruieren hochkonzentriert die Buchstaben. Wie es sich gehört von A bis Z.

Handlettering mit Gelbkariert

Während wir so einträchtig beieinander sitzen, mit den Stiften in der Hand und uns nebenbei unterhalten, Spaß inne Backen haben und über unsere Fehler schmunzeln können, werde ich innerlich immer ruhiger. Ich male einfach mit einem pinken Stift Buchstaben und das macht mich glücklich, es entspannt mich und bringt mir Freude inmitten so liebenswerter Menschen etwas Neues auszuprobieren. Natürlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, meine Buchstaben sind schief und wackelig, doch das stört mich nicht. Ich finde meine krummen A und G äußerst entzückend.

Weil mir der Workshop so viel Spaß gemacht hat habe ich ein paar Tage später Fineliner in verschiedenen Stärken und ein Notizbuch mit glattem Papier besorgt. Um abends nach dem Essen Buchstaben zu malen. In allen möglichen und unmöglichen Ausführungen. Sehr zum Amusement von Cookie.

Handlettering mit Gelbkariert
Wunderschöner Entwurf von Fabulatoria <3

Kirsten gibt übrigens auch Kurse zum „Handlettering“ hier im Ruhrgebiet. Wenn Ihr Genaueres wissen wollt schaut doch mal auf Ihrem Blog vorbei oder folgt ihr bei Instagram. Und weil es das erste Mal war, daß ich überhaupt einen Workshop zu einem kreativen Thema besucht habe reichte ich diesen Beitrag auch bei Fees Blogparade #FürmehrersteMale ein.

Liebe Kirsten, vielen Dank für den schönen und bereichernden Workshop! Es hat mich gefreut dabei gewesen zu sein <3

Handlettering mit Gelbkariert

2 Gedanken zu „Mirtana malt Buchstaben – Handlettering mit Gelbkariert.“

  1. Was für ein schöner Beitrag! Ich freue mich so sehr, dass es dir gefallen hat und genau das was du beschreibst wollte ich ja erreichen! Zu zeigen, wie entspannend es sein kann Buchstaben zu malen und wie gut es tut kreativ zu sein und Dinge auszuprobieren.
    Vielleicht schaffen wir es wirklich mal, einen weiteren Workshop zu veranstalten!
    Übrigens habe ich am Anfang deines Beitrages erst einmal laut gelacht 😉 Gut, dass du es gemerkt hast mit dem Parkverbot!
    Herzlichen Dank für deinen Bericht!
    Liebe Grüße, Kirsten

    1. Vollste Zustimmung – kreative Dinge tun entspannt in der Tat enorm. Dabei ist wahrscheinlich auch egal, womit genau man sich beschäftigt.

      Bei einem weiteren Workshop wäre ich gerne dabei, bis dahin übe ich einfach fleißig vor mich hin <3

      Liebe Grüße,
      Mirtana

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