Kürbis muß nicht. Dafür Zeche Consol und viel Curry.

Wäre dies kein Blog sondern eine Postkarte dann hätte ich jetzt ein arges Problem. Wie soll ich schließlich ein ganzes Wochenende auf eine kleine Karte quetschen? Doch zum Glück ist dies ein Blog und keine Postkarte somit habe ich allen digitalen Platz der Welt um Geschichten zu erzählen.

War das nicht ein super schönes Herbstwetter dieses Wochenende? Und weil ich keinen Bock hatte schon wieder mit Mimimi um die Ecke zu kommen weil ich grad in einem kreativen Loch stecke habe ich mich Samstag einfach zur nächstbesten Zeche aufgemacht. Nicht jammern, machen. In meinem Fall mit Kamera, bunten Blättern und Sonne.

Zeche Consol liegt in Gelsenkirchen, also nicht allzuweit vom Schuß. Leider scheinen sich dort bei dem Wetter nicht nur die Skater ein Stelldichein zu geben sondern auch die Gelsenkirchener Kiffer. Mehr als einmal grüppchenweise im Gras sitzende Jungs und Männer passiert, die mehr oder weniger erfolgreich versucht haben ihre Joints vor den Blicken vorbei laufender Passanten zu verbergen. Ist ja jetzt nicht so als ob das Zeug einen doch sehr starken und vor allem unverkennbaren Eigengeruch hätte …

Wenn andere Menschen in der Öffentlichkeit kiffen können dann kann ich auch bäuchlings auf dem Weg liegen oder durchs Gebüsch kriechen mit meiner Kamera im Anschlag. Das irritiert zwar ältere Passanten ergibt im Normalfall jedoch keinen Ärger mit der örtlichen Polizei.

Currywurst und Zeche Consol 03

Herbst ist schon schön. Die Farben! Und jetzt muß ich ein Geständnis machen. Herbst fängt für mich unter anderem dann an wenn in Blogs und auf Instagram die Bilder von dicken, schönen Kürbissen inklusive der dazu passenden Rezepte auftauchen. Ich finde einfach, Kürbis gehört zum Herbst dazu. Allerdings habe ich bis Samstag noch nie in meinem Leben Kürbis gegessen. Echt nicht.

Und weil ich der Meinung war, das müsse sich jetzt ändern und die Bilder von tollen Gerichten mit Kürbis immer so schön appetitlich aussehen habe ich auf dem Rückweg einen Kürbis gekauft. Den ich dann ganz stolz nach Hause geschleppt hab um ein leckeres Currygericht mit Kürbis zu kreieren. Wozu hat es schließlich Internet wenn nicht um Rezepte und Tips für die Zubereitung von Kürbis zu finden? In voller Vorfreude auf kulinarisches Neuland und explosiver Geschmackserweiterung machte ich mich also ans Werk.

Wie sage ich das jetzt am Besten? Reinfall trifft es nun nicht ganz, das Curry an sich war ja nicht schlecht. Der Kürbis da drin war einfach scheiße. Entweder sollte ich dem Internet nicht trauen oder ich habe einen schlechten Kürbis gekauft. Vielleicht werden die Dinger einfach nur über den grünen Klee gelobt und schmecken per se nach sehr wenig bis nichts. Ähnlich wie Zucchini und Auberginen, die gehören auch nicht unbedingt zu den Topstars in punkto Eigengeschmack.

Tja, da war ich geknickt. Ich hab Reinfälle beim Kochen nicht so gerne und dazu hatte ich mich echt darauf gefreut mich so kürbistechnisch endlich zu den bekennenden “Yeah, es ist Herbst und jetzt laßt uns alle Kürbis essen!” Profis gesellen zu können.

Wir haben uns dann Sonntags beim Frühstück noch darüber lustig gemacht. Also Cookie hat sich lustig gemacht. Ich hab gegrummelt. Dummerweise kann ich nicht lange grummeln wenn Cookie sich lustig macht – meist muß ich mich dann mit lustig machen. Sorry, Kürbisfans. In meiner Küche kriegt der kleine knubbelige Geselle so schnell kein Bein mehr auf die Erde.

Weil auch der Sonntag mit wunderschönem Wetter um die Ecke kam und schönes Wetter an einem Sonntag ganz wunderbar zu einem Bummel über den Trödelmarkt einlädt bin ich nach Buer gefahren. Das Wetter war dann auch das einzige, was an dem Unterfangen schön war. Angefangen von den Idioten, die mich auf dem Firmenparkplatz zugeparkt haben (wo sie genau genommen auch mal so gar nix verloren hatten …) und dann auch noch pampig wurden weil ich das nicht sehr lustig fand über mich ständig anrempelnde Mitmenschen bis hin zu den drei einsamen privaten Verkäufern die inmitten eines überbordenden Angebotes an Ramsch herum standen. Schön geht wohl anders.

Gekauft habe ich dann für eine CD für Cookie. Bei einem der privaten Verkäufer. Ich hatte mir das so schön ausgemalt … Ein paar schöne Props fürs Fotografieren finden, stundenlanges Stöbern nach alten Kochbüchern und vielleicht eine alte Kamera für die Vitrine. Wie Seifenblasen zerplöppten meine Illusionen dann eine nach der anderen in der Herbstsonne während mich schlecht deutsch sprechende dicke Frauen durch die Gegend schubsten.

Um mich zu trösten bin ich einfach Blümchen pflücken gefahren. Blümchen pflücken geht immer, macht glücklich und was gibt es Schöneres als warme Herbstfarben auf dem Schreibtisch? Sieht in echt schöner aus, ich bin natürlich nicht auf die Idee gekommen ein Foto zu machen als es noch hell war … Gibt es halt mal ein nicht so perfekt belichtetes Bild, werde ich mit leben können.

Currywurst und Zeche Consol 02

Habe ich mich letzte Woche noch darüber beschwert daß ich ja nichts anderes täte als zu stricken habe ich den Rest des Tages genau das gemacht: gestrickt und geschlafen. Und zum Abendessen etwas gefunden was ganz, ganz definitiv einen Platz in meinem Buch mit Lieblingsrezepten finden wird. Ja, ich hab so etwas. Auch wenn Buch jetzt vielleicht ein wenig hoch gegriffen ist wenn es sich in der Realität um ein abgenudeltes Notizbuch mit dahin gekritzelten Rezepteinträgen handelt.

Zum Glück hat dieses überaus köstliche Abendessen die Kürbis-Schlappe vom Vortag mehr aus ausbügeln können. Ich habe nämlich selber Currywurst gemacht. Und ich mag eigentlich überhaupt keine Currywurst. Also so das Zeug, was man für gewöhnlich in Imbißbuden kaufen kann. Diese armen, in glorifiziertem Curryketchup ertränkten Bratwürstchen denen eine wohlmeinende Seele noch ein bißchen abgestandenes Currypulver obendrauf gegönnt hat. Das Nationalgericht des Ruhrpotts ist bis jetzt immer an mir vorbei gegangen.

Allerdings mag ich Curry. Sehr gerne sogar. So gerne daß hier nicht nur eine Curry-Mischung herum steht sondern fünf. Oder so. Zwei davon sind aus Braunschweig importiert. Vom Markt. Da wir noch eingefrorene Bratwürstchen im Tiefkühler hatten von denen Cookie befürchtete, sie könnten schlecht werden weil sich der Tag des aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatums rasant näherte, habe ich gestern spontan beschlossen Mo’Beads Spicy Currysoße auszuprobieren. Will heißen, ich stand in der Gemüseabteilung des Supermarktes und erinnerte mich, daß Monika letztens ein Rezept für Currysoße gebloggt hat. Kann ich übrigens auch empfehlen wenn man mal wieder ältere Herrschaften dazu animieren möchte verständnislos mit dem Kopf zu schütteln: im Supermarkt per Handy bei Monika die Zutaten nachzulesen und sich ob des schlechten Empfangs hier hin und dort hin zu recken als sei man bei Turnvater Jahn. Immer in der Hoffnung daß das Internet dann schneller würde …

Currywurst und Zeche Consol 01

Ich hab es schon angedeutet, die Kürbis-Schlappe ist mit Einzug dieses selbstgemachten Fastfoods vergeben. Denn diese Currysoße ist zu meinem größten Bedauern dermaßen schweinelecker daß Cookie nachher die letzten Reste mit einer Scheibe Brot aus dem Topf gekratzt hat. Hammer, was für ein Geschmack! Speichert Euch das Rezept ab, macht es nach und begebt Euch in den Currywursthimmel. Noch lecker Ofenpommes dabei und ab geht die Currywurstliebe.

Jo. Das war mein Wochenende. Und, bei Euch so?

12 Gedanken zu „Kürbis muß nicht. Dafür Zeche Consol und viel Curry.“

  1. Huhu! Ich beneide dich übrigens echt um dieses Blumenpflückfeld. Sowas habe ich hier noch nicht gefunden. Kürbis habe ich bisher nur als Suppe gegessen und die finde ich wirklich super lecker.
    Liebe Grüße, Kirsten

    1. Liebe Kirsten,

      das Blumenfeld ist in der Tat toll, leider geht die Saison jetzt so langsam dem Ende zu. Nächstes Jahr wieder. Ich mag auch super gerne Zucchini-Suppe, da kommt der Geschmack zum großen Teil durch die Gewürze. Vielleicht nächstes Jahr noch eine Chance für den Kürbis.

      Liebe Grüße
      Mirtana

  2. OMG Stephanie, wenn du so weitermachst, wird die Röte aus meinem Gesicht nie wieder verschwinden, ob deiner lobenden Worte auf so vielen Kanälen. Danke schön <3 . Und das dein Kürbisgericht nichts geworden ist, ist natürlich total doof. ich mag Kürbis sehr gerne…in allen Varianten. Nee, stimmt nicht, als Curry mag ich es nicht, weil ein Curry als Hauptzutat ne Menge Fleisch haben muss. Aber falls dir aus Versehen ein kleiner Hokaido in den Schoß fallen sollte, mach doch einfach einen Supi-dupi schnellen Flammkuchen damit. Kannste bei mir auch abgucken ;-). Ich bin ja immer für unkompliziert und schnell.
    Ganz liebe Grüße
    Monika

    1. Hi Monika,

      Das gehört alles mit zum heimlichen Plan um die Weltherrschaft an uns zu reißen: wir machen sie mit Deiner Spicy Currysoße willenlos und wenn sie noch im kulinarischen Komma weilen, dann schlagen wir zur und reißen die Macht an uns 😀

      Ich mag sehr gerne Gemüse-Curry.Gerne auch scharf und mit roten Linsen. Ist unkompliziert und schnell gemacht, ich mag im Alltag gerne Gerichte, die schnell fertig sind.

      Liebe Grüße
      Mirtana

  3. Kicher… ich stelle mir dich grad genervt auf dem Flohmarkt vor 🙂 Manchmal hat man echt Pech und die Märkte bestehen nur aus doofen Händlern. Kann ich nicht leiden…
    Kürbis hat echt nicht allzuviel Eigengeschmack. Stimmt schon. Aber Kartoffeln ja auch nicht. Kommt halt drauf an, was man damit so anstellt. Ich mag Kürbis voll gerne. Also Suppe oder gebacken. Heute gibts ihn gebacken mit Speck-Schmandsoße auf Schupfnudeln 🙂
    Und ich glaub, jetzt muss ich die Currysoße doch mal ausprobieren. Wenn du sooo schwärmst, gg.
    Lg

    1. Huhu Haydee,

      auf alle Fälle ausprobieren! Ich habe wohl einfach zuviel erwartet von dem knubbeligen Herbstgemüse 😉

      Ich hoffe mal, der nächste Flohmarkt wird besser. Zu dem hier brauch ich nicht mehr hin zu fahren … Ist auch besser für meinen Blutdruck.

      Liebe Grüße
      Mirtana

  4. Oh ja, Mirtana, ich kenne das mit dem Kürbis. Als der Hype um Kürbis vor einigen Jahren losging habe ich mich gleich an eine Kürbissuppe gemacht, die mir sehr gut geschmeckt hat, jedoch meinem Mann nicht so. Jahrelang habe ich sie dann nicht gemacht und vor 3 oder 4 Jahren nochmals versucht, Mann und Tochter mögen es nicht…. So nehme ich es dann hin.

    Und witzigerweise mache ich Currywurst auch selbst, habe auch ein eigenes Rezept für die Sauce, die ich über Stunden einkoche. Schmeckt einfach unvergleichlich.

    Liebe Grüße, Bee

    1. Huhu Bee,

      vielleicht wenn der Mann und ich uns von dem schrecklichen Curry erholt haben probiere ich es mal mit Suppe. Aber nur ganz vielleicht 😉

      Selbstgemacht ist einfach immer noch am Besten, so irgendwie. Finde ich zumindest. Manchmal kann ich auch nicht nein sagen zu Essen mit Geschmacksverstärkern und Zutaten, die ich nicht mal aussprechen kann, doch zum Glück ist das recht selten.

      Ich mag auch selber machen einfach gerne.

      Liebe Grüße,
      Mirtana

  5. Hach, endlich noch jemand, der Kürbis doof findet! Ich kaufe nur noch Zierkürbisse, essen mag ich die Dinger auch nicht. Dabei haben wir schon mehrere Varianten ausprobiert, unter anderem eine Pizza mit Schmand, Kürbis und Birne, von der der Gatte und ich anschließend wortlos die Kürbisspalten einfach wieder runtersortiert haben (dann war’s superlecker!). 😉

    Aber zum Herbst gehören sie trotzdem dazu – rein optisch!

    Liebe Grüße
    Nele

    1. Hallo Nele,

      zum Glück, noch ein Kürbisskeptiker! Ich bin nicht mehr alleine 😉

      Und wir können uns darauf einigen, daß sie optisch ganz unbedingt zum Herbst gehören. Der Herbst findet ja zum Glück weitflächig statt, um meinen Teller darf er gerne einen Bogen machen 😀

      Liebe Grüße,
      Mirtana

    1. Hi Schirrmi,

      na, wie gut daß ich sie probiert, für gut befunden und die Begeisterung darüber mit aller Welt teilen mußte 😉

      Freut mich und klingt nach einem guten scharfen Abend, wie viele hat man denn davon schon? 😛

      Liebe Grüße,
      Mirtana

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